Die Michaeliskirche ist der Ort, an dem sich unsere Gemeinde zur Feier des Gottesdienstes versammelt und sich Gott in besonderer Weise nahe weiß – ein anspruchsvoll und sensibel gestalteter sakraler Raum. Seine Weite und Atmosphäre machen ihn gleichzeitig aber auch zu einem reizvollen Ort für Kunstausstellungen. Kirche und Kunst der Gegenwart in einen Dialog zu bringen: wie spannend und anregend das sein kann, hat die Gemeinde in den vergangenen Jahren im Rahmen verschiedener Ausstellungen immer wieder erleben können.
Das jüngste Projekt dieser Art fand im Frühjahr 2011 statt (Ostern bis Pfingsten) und verband die drei evangelischen Kirchengemeinden in Diepholz. Es trug den Titel „Ich bin …. WortFarbKlang“.
Im Altarraum jeder der drei Diepholzer Kirchen waren zwei Bilder des Künstlers Uwe Appold (geb. 1942) aus dessen Zyklus zu den sieben ‚Ich-bin‘-Worten Jesu im Johannesevangelium ausgestellt. In St. Nicolai: Licht und Auferstehung. In St. Michaelis: Tür und Guter Hirte.

In der Kreuzkirche: Weg, Wahrheit, Leben und Weinstock. Mit ihren starken Farben und ihrem jeweils spezifischen Farbklang vermittelten die großformatigen Gemälde für die Dauer der Ausstellung ein völlig neues Erlebnis des jeweiligen Kirchenraumes, das auf sehr positive Resonanz stieß. Superintendent Klaus Priesmeier schrieb zu den Werken Appolds im Gemeindebrief u.a.: „Ausgangspunkt ist das Wort. Jesus sagt: ‚Ich bin…‘. Damit zeigt er nicht nur, wer er ist – er spricht darin aus, wer er für uns ist. Farbe und Klang nehmen das auf. Die Farben und Formen der Bilder spiegeln die Worte, wie sie in unsere Welt fallen, sich darin brechen und leuchten. So leuchten sie uns an.“
In festlichen Gottesdiensten wurden die Bilder – im Beisein des Künstlers – vorgestellt und gemeinsam betrachtet. Ergänzt wurde das visuelle Erlebnis der Bilder durch Musik. Die Kirchenmusikerin Charlotte Christine Jacobi, die sich durch die Bilder Appolds zu eigenen Gesangskompositionen hat anregen lassen, war in einer Abendandacht in der Michaeliskirche mit ihrem Chor „Avocando – a voice can do“ zu Gast, der einige dieser „Ich-bin“-Gesänge vortrug. Die Betrachtung der Bilder verschmolz mit dem gesprochenen Wort, dem Hören der Gesänge und eigenem Singen zu einem „Wort-Farb-Klang“-Erlebnis, das viele Besucherinnen und Besucher sehr berührt hat.